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Wie oft solltest du Zimmerpflanzen wirklich gießen?

„Einmal pro Woche gießen“ bringt mehr Zimmerpflanzen um als jeder Schädling. Wie oft eine Pflanze Wasser braucht, hängt von der Pflanze selbst ab, aber auch von Topf, Erde, Licht und Jahreszeit. Eine Efeutute auf einer hellen Fensterbank kann im Sommer alle vier Tage Wasser brauchen, im Winter in einer dunkleren Ecke dagegen nur alle zwei Wochen.

Gieße nicht nach Zeitplan, sondern nach Bedarf

Gärtner nutzen dafür seit jeher eine einfache Methode: Steck einen Finger 2 bis 3 cm tief in die Erde. Ist sie in dieser Tiefe trocken, kannst du gießen. Ist sie noch feucht, warte ein oder zwei Tage und prüfe erneut. So vermeidest du sowohl das nervöse tägliche Nachgießen, das den Wurzeln den Sauerstoff nimmt, als auch den vergessenen Topf, dessen Erde völlig austrocknet.

Was beeinflusst, wie schnell die Erde trocknet?

Licht. Mehr Licht bedeutet mehr Photosynthese und damit einen höheren Wasserverbrauch. Eine Pflanze an einem Südfenster kann doppelt so schnell Wasser verbrauchen wie dieselbe Pflanze drei Meter vom Fenster entfernt.

Topfgröße und Material. Kleine Töpfe trocknen schnell aus. Große Töpfe können wochenlang feucht bleiben. Deshalb führt ein zu großer Topf so leicht zu Wurzelfäule. Terrakotta ist luftdurchlässig und trocknet schneller als Kunststoff oder glasierte Keramik.

Jahreszeit. Die meisten Zimmerpflanzen wachsen langsamer, sobald im Herbst das Licht abnimmt. Wenn du im November genauso häufig weitergießt wie im Sommer, ist Überwässerung fast vorprogrammiert.

Substrat. Luftige Mischungen mit Perlit oder Rinde trocknen schneller als dichte, torfreiche Erde. Bleibt das Wasser zunächst auf der Oberfläche stehen, bevor es einzieht, kann das auf verdichtetes Substrat hindeuten.

So gießt du richtig

Gieße so lange, bis überschüssiges Wasser aus dem Abflussloch läuft. Leere den Untersetzer nach etwa zehn Minuten aus. Gründliches Gießen in größeren Abständen ist besser als häufiges oberflächliches Nachgießen. Dabei bleibt die oberste Erdschicht ständig feucht und bietet Trauermücken ideale Bedingungen, während der Wurzelballen darunter trotzdem trocken bleiben kann.

Woran du erkennst, dass etwas nicht stimmt

Gelbe untere Blätter, ein muffiger Geruch und ständig feuchte Erde sprechen für zu viel Wasser. Trockene braune Blattspitzen, hängende Blätter, die sich nach dem Gießen wieder aufrichten, und Erde, die sich vom Topfrand löst, sprechen für Wassermangel.

Wenn du nicht sicher bist, ob die Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser bekommt, kann ein Foto bei der Einschätzung helfen.

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